Fallsucht

Acker Stadt Palast, Ackerstraße 169, Berlin, Deutschland, 10115 Berlin

Biografische Performance

schaefer||scherpinski


Fr+Sa/ 22.+23. November/ 20h
Open doors 19h
Online pre-sales (until 2 hours before start)/ Vorverkauf (bis zum 2 Stunden vor Beginn)
Berlin Premiere
Sprache: deutsch

Photo © Lara Scherpinski

(Englisch below)
„Und meine Beine, die ich so wenig in der Gewalt hatte wie irgendein andres Glied, zuckten und tanzten in einer anrüchigen unpassenden Lust, die ich gar nicht empfand, unbeherrscht war sie, was alles an mir, unbeherrschbar ich.“ (Christa Wolf: Kassandra)

In der autobiographischen Solo-Performance Fallsucht erzählt Lara Scherpinski von einer Krankheit, die von der Aura des Geheimnisvollen umgeben ist: Epilepsie. Heilig, prophetisch, sündig, unbändig, von Dämonen besessen. Der absolute Kontrollverlust im Denken, Fühlen und Erleben ist eine menschliche Urangst, materialisiert in einer Krankheit, die den Frieden bedroht. Es ist dieses Unbeherrschbare, das wir immer wieder zu bewältigen suchen, indem wir es von uns wegstoßen, in gesellschaftliche DIN-Passformen bringen oder sogar als Lebensform disqualifizieren. In Fallsucht untersucht Lara ihren Körper als Archiv von Familien- und Kulturgeschichte, als Sammelbecken von Mythen und gesellschaftlichen Debatten um Normalität und Andersartigkeit. „Ich packe meinen Koffer“: Laras Erinnerungskoffer wird mit jedem Abend voller und schwerer. Sie sucht nach der ästhetischen Darstellbarkeit eines inneren Zustandes, der zwischen Ekstase und Schmerzen, zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit oszilliert und sie in eine gesellschaftliche Isolation verbannt. In Form von Ritualen und Selbstversuchen, die immer bizarrere Züge annehmen, ergründet sie ihre Andersartigkeit und die gesellschaftlichen Dynamiken, die diese Andersartigkeit kreieren. Am Horizont eine Utopie – können wir eine inklusive Gesellschaft in ihrer letzten Konsequenz überhaupt denken?

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"And my legs, which I had as little in my power as any other extremeties, jerked and danced in a disreputable improper lust, which I did not feel at all, it was uncontrolled, everything about me, uncontrollable." (Christa Wolf: Kassandra)

In the autobiographical solo performance Fallsucht Lara Scherpinski tells of a disease that is surrounded by the aura of mystery: epilepsy. Holy, prophetic, sinful, unruly, possessed by demons. The complete loss of control in thinking, feeling and experiencing is a human fear, materialized in a disease that threatens peace. It is the uncontrollable that we seek to overcome time and again by pushing it away from us, bringing it into social DIN fits or even disqualifying it as a way of life. In Fallsucht, Lara examines her body as an archive of family and cultural history, as a reservoir of myths and social debates about normalcy and otherness. "I pack my suitcase": Lara's memory suitcase gets fuller and heavier with each passing evening. She searches for the aesthetic representability of an inner state that oscillates between ecstasy and pain, between visibility and invisibility, and banishes her into social isolation. In the form of rituals and self-attempts that take on ever more bizarre features, she explores her otherness and the social dynamics that create this otherness. An utopia on the horizon - can imagine an inclusive society in its final consequence?

Besetzung:
Konzept: schaefer||scherpinski
Performance: Lara Scherpinski
Regie: Annika Schäfer
Dramaturgie: Meret Kündig
Ausstattung: Tom Schellmann
Musik: Chiara Strickland
Assistenz: Paula Korneck

Premiere am 03.11.2019 in der naTo in Leipzig

22.+23. November 2019 um 20 Uhr
im Acker Stadt Palast
Ackerstraße 169/170, Berlin
Tickets: 15€ / 10 € (ermäßigt) 
Online pre-sales/ Vorverkauf: hier
Ein begrenztes Kontingent an Karten ist an der Abendkasse verfügbar (geöffnet ab 19 Uhr) / 
A limited amount of tickets will be available at the door (open from 19pm)

Es gilt die Tanzcard